„Geborgen und verborgen“ 

Besondere Stücke aus dem Depot des Egerland-Museums

Eine wichtige museale Aufgabe des Egerland-Museums Marktredwitz besteht darin, verloren geglaubtes aber auch alltägliches Kulturgut aus dem Egerland zu bergen, zu sammeln, zu dokumentieren und für einen möglichst langen Zeitraum optimal aufzubewahren. Manche der hier eingelagerten Objekte werden wohl einmal den Weg in eine Sonderausstellung finden, viele andere aber bleiben im Verborgenen. Unter dem Motto „Geborgen und verborgen...“ soll nun in monatlichem Wechsel der Öffentlichkeit ein museales Objekt aus den Depot-Beständen des Egerland-Museums vorgestellt werden. 

 

Aktuell Januar 2010

   

Eine besondere Kirchkrippe aus Stiebenreith



Als Objekt aus der Reihe „Geborgen und verborgen“ soll im Januar 2010 eine Leihgabe des Heimatmuseums Tachau vorgestellt werden. Sie ist in der aktuellen Krippenausstellung des Egerland-Museums Marktredwitz „Alte Krippen aus Böhmen und Marktredwitz“ zu sehen. Es handelt sich um eine Kirchenkrippe aus der Ortschaft Stiebenreith im südlichen Egerland. 




Kirchenkrippe aus Stiebenreith, südliches Egerland (Kreis Tachau).
Erstes Drittel 20. Jahrhundert, Leihgabe: Heimatmuseum Tachau, Stadtmuseum Weiden



Die geschnitzten und farbig gefassten Krippenfiguren sind in etwa 25 Zentimeter hoch und stammen wohl von unterschiedlichen Schnitzern aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Das Konvolut umfasst 16 menschliche Figuren, Ochse und Esel, 2 Elefanten und 10 Schafe. Bei einigen Figuren ist jeweils an der Bodenplatte die eingeritzte Signatur „Rumpler“ zu erkennen. Möglicherweise handelt es sich um den Tachauer „Herrgottschnitzer“ Johann Rumpler (1845– 1918). Dieser schuf nicht nur Heiligenfiguren, wie beispielesweise die 12 lebensgroßen Apostelfiguren für die St. Anna-Kirche in Purschau oder den „Leichnam-Christi“ für das Franziskanerkloster in Eger, sondern auch etliche Weihnachtskrippen für Egerländer Landkirchen. Der originale Hintergrund der Stiebenreither Krippe ist ebenfalls erhalten. Er ist auf Leinwand (Spannrahmen) gemalt. Rechts unten befinden sich Signatur und Datierung: „A. Schwägerl. 1914“. Der einfache Stall ist aus Holz und Baumrinde gefertigt und mit Glimmer bestreut. 




Ausschnitt mit dem Geschehen um den Geburtsstall. Besondere handwerkliche Qualitäten lassen sich bei einigen Figuren, wie den Heiligen drei Königen, ablesen.


Der kollegiale Dank für diese besondere Leihgabe und die damit verbundenen Mühen und Hinweise ist an Herrn Dr. Sebastian Schott vom Stadtmuseum Weiden gerichtet. Die Kirchenkrippe ist, wie auch alle weiteren Krippen aus Böhmen, noch bis zum 31. Januar 2010 im Egerland-Museum Marktredwitz ausgestellt. Danach kehrt dieses Unikat in das Depot des Heimatmuseums Tachau nach Weiden zurück. 


Volker Dittmar M.A.

Museumsleiter



Öffnungszeiten:       

                      Dienstag bis Sonntag, von 14:00 bis 17:00 Uhr

                      Über den Krippenweg vom 26.12.2009 bis 10.01.2010:

                      Montag bis Sonntag, von 10:00 bis 18:00 Uhr

                      Geschlossen am 24. und 25.12.2009 sowie am 31.12.2009

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Diese Seite wurde erstellt von K. Jahn,  © Egerlandmuseum Marktredwitz, zuletzt aktualisiert von Bernhard Fischer am  10.01.10