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Ein Hinterglasbild aus dem Depot
des
Egerland-Museums
Das Besondere
an Hinterglasbildern ist zunächst einmal ihre Herstellungstechnik.
Im Gegensatz zur Tafelmalerei wird die Farbe auf die Rückseite
einer Glastafel aufgetragen. Das so entstandene Bild betrachtet man
jedoch auf der Vorderseite. Das bedeutet, dass der Maler
spiegelverkehrt denken und arbeiten muss. Die Reihenfolge des
Farbauftrags ist dementsprechend umgekehrt: Zunächst werden die
Konturen und Schatten gemalt, dann folgt die Körperfarbe und schließlich
der Hintergrund.
In zunehmendem
Maße schmückten ab der Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Beginn
der Gegenreformation sakrale Gegenstände zunächst die besser
gestellten katholischen Haushalte. Ab dem 18. Jahrhundert
entwickelte sich in ländlichen Gebieten, so auch im Egerland, die
Stubenecke zum „Herrgottswinkel“. Zur privaten Andacht war er
meist mit mehreren Heiligenbildern ausgestattet. In den Waldgegenden
entstand im Umkreis der Glashütten, die Tafelglas herstellten, eine
hausindustrielle Hinterglasmalerei. Dabei produzierten viele
Familien in Arbeitsteilung große Stückzahlen von religiösen
Motiven, wie einzelne Heilige, Heiligengruppen, Namenspatrone oder
Szenen aus dem Leben und Leiden Christi. Ortsansässige Schreiner
lieferten die passenden schlichten Bilderrahmen. Der Vertrieb
erfolgte über Verleger, die die zerbrechliche Ware mit
Pferdefuhrwerken, Karren oder „Kraxenträgern“ auf die Märkte
oder zu bestimmten Wallfahrtsorten schickten.
Qualitätvolle
Hinterglasbilder wurden im 19. Jahrhundert in großer Anzahl wohl
auch in Haberspirk (bei Falkenau) gemalt. Kennzeichen der
Haberspirker Hinterglasbilder ist die feine Grisaille-Malerei („Grau-in-Grau-Malerei“)
sowie der gemalte kartuschenartige Rahmen mit in Gold radierten
Eckfeldern.

Das hier vorgestellte Hinterglasbild mit dem dunklen
Biedermeierrahmen (Höhe 30cm, Breite 24 cm) stammt aus der Mitte
des 19. Jahrhunderts. Es zeigt die Heilige Margaretha von Antiochia
mit den Attributen Kreuz und Drachen und der Aufschrift „S.
Margareth“.
Ein bedeutender Sammler von
Hinterglasbildern war der Arzt Dr. Raimund Schuster aus Zwiesel im
Bayerischen Wald. Vor einiger Zeit konnte aus seiner Sammlung über
den Förderverein des Egerland-Museums ein Konvolut von 12
Hinterglasbildern aus dem Egerland erworben werden, darunter auch
das hier vorgestellte.
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