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Gesucht
und noch
nicht gefunden:
Die Kochkiste
Lang,
lang ist es her. Das Garen in der Kochkiste.
Einige
Leser werden sich noch an sie erinnern können. Doch ein Großteil wird sich fragen: Kochkiste?
Was soll das sein? Ein Zauberkasten? Zauberkasten kommt der Sache schon
recht nah:
Kochkisten wurden mit Heu, Holzwolle, Zeitungen oder
ähnlichen Materialien ausgekleidet, die schlechte Wärmeleiter sind und
deshalb die Temperatur in der Kiste lange halten. Das machte die Kisten zu
Energie und Arbeitszeit sparenden Helfern.
Die Mahlzeit wurde in einem Topf auf dem Herd aufgekocht und dann in die
Kiste gestellt. Das weitere Garen übernahm nun die Kiste. Es konnte
nichts anbrennen oder verkochen. Die vereinfachte Methode war, den Topf in
eine Wolldecke zu hüllen und dann ins Bett zu stellen. Wie man bereits
bei Wilhelm Busch sieht.
„Abenteuer
eines Junggesellen“

„Jetzt eröffnet er das Bette. Der Familienlagerstätte.
In dem Bette, warm und schön, Sieht man eine Schale stehn. Nämlich
dieses weiß ein jeder: Wärmehaltig ist die Feder. Hat man nun das
Mittagessen Nicht zu knappe zugemessen, Und, gesetzt den Fall, es wären
Von den Bohnen oder Möhren Oder, meinetwegen, Rüben Ziemlich viel zurückgeblieben,
Dann so ist das allerbeste, Dass man diese guten Reste Aufbewahrt in einem
Hafen, Wo die guten Eltern schlafen, Weil man, wenn der Abend naht, Dann
sogleich was Warmes hat.“
Nebeneffekt
war natürlich ein warmes Bett.Das Bett als Nebenstelle des Herdes muss durchaus
nicht ausgedient sein. Auch wenn mancher Leser sicherlich ästhetische
Einwände hat. Aber Not macht erfinderisch. Auch heutzutage wird Energie
wieder zu einem kostbaren Gut.

Der Name des geistreichen Erfinders dieser
Kiste ist bis heute unbekannt geblieben. Vielleicht haben arme Leute den Topf mit
Suppe oder Eintopf schnell im Schrank versteckt, um ungeladenen Gästen
nichts anbieten zu müssen? Sobald die Störenfriede verschwunden waren,
holte man den Topf wieder hervor Man stellte überrascht fest, dass die
Mahlzeit fertig war - und dazu überaus wohlschmeckend!
Das Bild wurde uns freundlicherweise vom Museum Eckernförde zur Verfügung
gestellt.
In Deutschland wurde die Kochkiste in der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Wohlfahrtspflege eingeführt. Sie
sollte das Leben der Arbeiterfamilien verbessern. Man kochte die Mahlzeit
auf und konnte stundenlang das Haus verlassen, um beim Zurückkommen
eine fertig gegarte Mahlzeit vorzufinden.
Kochkisten wurden meist selbst gebaut. Es gab zwar industriell
gefertigte Apparate, aber die waren für die ärmere Bevölkerung
unerschwinglich.
Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs wurden die Kochkisten
propagiert „zur Stärkung der Bevölkerung“. Sie halfen nicht nur
Energie zu sparen, sondern machten auch minderwertige Lebensmittel genießbarer.
Wir wollen nun die alte, energiesparende Methode wieder ins Leben rufen
und im Zuge der Museumspädagogik mit Kindern Kochkisten bauen und nach
Rezepten aus alter Zeit kochen.
Was uns noch fehlt, sind Anschauungsstücke,
Erfahrungsberichte und Rezepte.
Über Rückmeldungen unter 09231/3907 würden wir uns sehr freuen.
Andrea
Martens
Egerland-Museum
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, von 14:00 bis 17:00 Uhr
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