Schlaggenwalder Krippenfiguren
Die kleinen
Kunstwerke stammen aus dem Haushalt des Zeugmachers Johann Steinbach in
Schlaggenwald (heute Horní
Slavkov). Ursprünglich waren sie Bestandteil einer Eckkastenkrippe
aus der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts. Infolge der Vertreibung im
Jahr 1946 kamen die Krippenfiguren mit den Steinbach-Nachfahren, der
Familie Göschl, nach Bayern. Das verglaste Krippengehäuse sowie
zahlreiche weitere Figuren mussten in der „alten“ Heimat im Egerland
zurückgelassen werden. Gerhard Gröschl aus München schenkte im Jahr
2006 die noch erhaltene Krippenszene dem Egerland-Museum, wo sie sorgsam
verwahrt wird.

Die drei originell
gestalteten Musikanten aus der Schlaggenwalder Krippe.
Weichholz, geschnitzt und bemalt, Bekleidung aus Filzstoff und
Pappe, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Konvolut besteht
zum einen Teil aus geschnitzten und farbig gefassten menschlichen
Holzfiguren. Sie sind ca. 14 cm hoch. Die Gliedmaßen und der Kopf sind,
wie bei Gliederfiguren üblich, an einem wattierten Rumpf befestigt. Im
Einzelnen handelt es sich um Maria, Josef, zwei Hirten, einen Engel und
drei Musikanten mit Dudelsack, Mandoline und Geige. Teilweise sind die
Figuren mit sehr alten Filzstoffen eingekleidet. Maria und Josef besitzen
wohl erneuerte Kleidungsstücke. Das Jesuskind ist aus Wachs geformt. Dazu
gesellen sich Ochse und Esel, die jeweils aus einem Holzstück geschnitzt
wurden. Die drei „gedrückten“ Masse-Schafe stehen auf hölzernen
Beinen. Möglicherweise musste bei der Vertreibung auch der Engel zurückgelassen
werden. Offenbar wusste man sich zu helfen: Ein ursprünglicher Hirte
wurde in eine Engelsfigur mit Pappflügeln verwandelt.
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