„Geborgen und verborgen“  -   Mai 2010

 

Die Wallfahrt nach Maria Kulm bei Falkenau




Seitdem der Kabarettist Hape Kerkeling in den Buch „Ich bin dann mal weg“ seine persönlichen Erinnerungen an die Pilgerreise nach Santiago de Compostela beschrieb, ist Wallfahrten wieder in Mode gekommen. Was lange Zeit als altmodisch und verstaubt galt, hat in der jüngsten Vergangenheit wieder stark an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Menschen entscheiden sich, angetrieben von der Suche nach Gott und sich selbst, für eine Pilgerreise auf den Spuren des Jakobswegs, nach Altötting oder einen anderen Wallfahrtsort.



Nachcolorierte Postkarte, Blick auf Maria Kulm
Bestand Egerland-Museum In.-Nr. 9885

Aber was bedeutet Pilgern oder Wallfahrten eigentlich? Eine Wallfahrt ist ein Bittgang oder ein versprochener Gang zu einer als Gnadenort geltenden Kultstätte. Im Christentum sind Wallfahrten seit dem 4. Jahrhundert nachweisbar. Zunächst zu den heiligen Stätten nach Jerusalem, Rom oder Santiago de Compostela. Erst im 17. Jahrhundert treten verstärkt regionale Heiligtümer hervor und führen zu Nahwallfahrten. Diese wurden von der katholischen Kirche im Zuge der Gegenreformation gefördert.

In Bayern und Böhmen entstanden unter anderen Wallfahrten zu den Gräbern heiliger Missionare und Bischöfe. Schon bald pilgerten auch Wallfahrer aus Bayern zu diesen heiligen Stätten. 



Kleines Andachtsbild, Wallfahrtsandenken am Maria Kulm
Bestand Egerland-Museum

Zu den bedeutendsten Wallfahrten des Egerlandes zählt die Wallfahrt nach Maria Kulm bei Falkenau. Die Geschichte des Heiligtums ist alt. Die erste Marienkapelle stand in Maria Kulm bereits im 14. Jahrhundert. Schon im Jahr 1383 wurden zwei Priesterstellen für die Wallfahrt gestiftet. Ihre endgültige Gestalt erhielt die Anlage gegen Ende des 17. Jahrhunderts unter den berühmten Barockbaumeister Christoph Dientzenhofer.



Andenken an die Wallfahrt nach Maria Kulm bei Falkenau
Bestand Egerland-Museum

Verehrt wird in Maria Kulm eine sitzende gekrönte Mutter Gottes mit gekröntem Christusknaben. Diese soll einer Legende nach einen Fleischhauergesellen erschienen und mehrmals an den von ihr ausgesuchten Platz zurückgekehrt sein. 

Zur Berühmtheit de Ortes trug auch eine Sage von den „Räubern von Maria Kulm“ bei. Diese erzählt die abenteuerliche Geschichte von den tapferen Mädchen Bibiana, welche eine in Kulm hausende Räuberbande zu Fall brachte. Von der Beute der Wegelagerer soll die Wallfahrtskirche erbaut worden sein. 


Carola Reul M.A.



Öffnungszeiten Egerland-Museum Marktredwitz:       

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Diese Seite wurde erstellt von K. Jahn,  © Egerlandmuseum Marktredwitz, zuletzt aktualisiert von Bernhard Fischer am  30.03.11