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Die
Wallfahrt nach Maria Kulm bei Falkenau
Seitdem der
Kabarettist Hape Kerkeling in den Buch „Ich bin dann mal weg“ seine
persönlichen Erinnerungen an die Pilgerreise nach Santiago de Compostela
beschrieb, ist Wallfahrten wieder in Mode gekommen. Was lange Zeit als
altmodisch und verstaubt galt, hat in der jüngsten Vergangenheit wieder
stark an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Menschen entscheiden sich,
angetrieben von der Suche nach Gott und sich selbst, für eine Pilgerreise
auf den Spuren des Jakobswegs, nach Altötting oder einen anderen
Wallfahrtsort.
Nachcolorierte Postkarte, Blick auf Maria Kulm
Bestand Egerland-Museum In.-Nr. 9885
Aber
was bedeutet Pilgern oder Wallfahrten eigentlich? Eine Wallfahrt ist ein
Bittgang oder ein versprochener Gang zu einer als Gnadenort geltenden
Kultstätte. Im Christentum sind Wallfahrten seit dem 4. Jahrhundert
nachweisbar. Zunächst zu den heiligen Stätten nach Jerusalem, Rom oder
Santiago de Compostela. Erst im 17. Jahrhundert treten verstärkt
regionale Heiligtümer hervor und führen zu Nahwallfahrten. Diese wurden
von der katholischen Kirche im Zuge der Gegenreformation gefördert.
In Bayern und Böhmen entstanden unter anderen Wallfahrten zu den Gräbern
heiliger Missionare und Bischöfe. Schon bald pilgerten auch Wallfahrer
aus Bayern zu diesen heiligen Stätten.

Kleines Andachtsbild, Wallfahrtsandenken am Maria Kulm
Bestand
Egerland-Museum
Zu den bedeutendsten Wallfahrten des Egerlandes zählt die Wallfahrt nach
Maria Kulm bei Falkenau. Die Geschichte des Heiligtums ist alt. Die erste
Marienkapelle stand in Maria Kulm bereits im 14. Jahrhundert. Schon im
Jahr 1383 wurden zwei Priesterstellen für die Wallfahrt gestiftet. Ihre
endgültige Gestalt erhielt die Anlage gegen Ende des 17. Jahrhunderts
unter den berühmten Barockbaumeister Christoph Dientzenhofer.

Andenken an die Wallfahrt nach Maria Kulm bei Falkenau
Bestand Egerland-Museum
Verehrt wird
in Maria Kulm eine sitzende gekrönte Mutter Gottes mit gekröntem
Christusknaben. Diese soll einer Legende nach einen Fleischhauergesellen
erschienen und mehrmals an den von ihr ausgesuchten Platz zurückgekehrt
sein.
Zur Berühmtheit de Ortes trug auch eine Sage von den „Räubern von
Maria Kulm“ bei. Diese erzählt die abenteuerliche Geschichte von den
tapferen Mädchen Bibiana, welche eine in Kulm hausende Räuberbande zu
Fall brachte. Von der Beute der Wegelagerer soll die Wallfahrtskirche
erbaut worden sein.
Carola Reul M.A.
Öffnungszeiten Egerland-Museum Marktredwitz:
Dienstag bis Sonntag, von 14:00 bis 17:00 Uhr
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