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„Gold
gab ich für Eisen“
Etwas unscheinbar liegt
ein schmaler Fingerring aus Eisen zwischen prachtvoll gearbeiteten
Huasnoantoutaran und Silbergehängen, verziert mit dem Maria-Theresia-Taler
und böhmischen Granaten, zwischen „Läuwl“-Broschen und silbernen Finger-
und Ohrringen. Betrachtet man unseren Trauring etwas genauer, so kann man
entlang des Reifens die Aufschrift: „Gold gab ich für Eisen 1914 D. Volksr.
f. B.“ entziffern.
„Gold gab ich für Eisen“ war ein Werbeslogan, der in Kriegszeiten dazu
aufrief, Gold und Schmuck zur Kriegsfinanzierung zu spenden. Im Gegenzug
erhielt der Spender Erinnerungsstücke aus Eisen.
Die Sammelaktion in der Zeit des Deutschen Reiches, die zur Unterstützung
der Kriegsfinanzierung im Verlauf des Ersten Weltkrieges (1914-1918) ins
Leben gerufen wurde, hatte bereits einen Vorläufer während des
Befreiungskrieges 1813. Damals richtete Prinzessin Marianne zu Preußen an
alle Frauen Preußens den Appell, ihren Goldschmuck abzugeben um im
Austausch dafür eine Eisenbrosche oder einen Ring mit der Aufschrift „Gold
gab ich für Eisen“ zu erhalten.

Trauring „Gold gab ich für Eisen 1914 D. Volks. f .B.“, Eisen, (Inv. Nr.
835),
Bestand
des Egerland-Museums Marktredwitz
Im Jahr 1916 griff man diese Idee wieder auf und ergänzte die Aufschrift
zum Teil mit der Symbolik des Eisernen Kreuzes. Trauringe, Broschen und
Schmuckringe wurden eingesammelt und gegen wertloses Eisen ausgetauscht.
Auch wenn dieser Sammelaufruf freiwillig war, wurde doch ein erheblicher
sozialer Druck auf die Bürgerinnen und Bürger des Deutschen Reiches
ausgeübt, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Es galt als patriotische
Pflicht und die soziale Kontrolle der Beteiligung gestaltete sich als sehr
einfach: Wer den eisernen Schmuck trug, erwies sich als Patriot und
leistete somit seinen persönlichen Einsatz bei der Unterstützung des
Krieges. Wer weiterhin Gold trug, verlor an Reputation.
Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Institutionen waren aufgerufen,
Gold gegen Eisen zu tauschen. Das betraf auch das Vermögen von Vereinen,
Kirchengemeinschaften und staatlichen Stellen.
Ab 1916 überreichte die Reichsbank eine Medaille für die Abgabe von
Schmuck oder den Tausch von Gold gegen Papiergeld. Die Medaillen, die aus
geschwärztem Eisen bestanden, wurden in zahlreichen Varianten und in sehr
hohen Auflagen herausgegeben.
Der Trauring mit der Aufschrift „Gold gab ich für Eisen“, welcher unter
Nummer 835 im Bestand des Egerland-Museums inventarisiert ist, könnte uns
sicherlich eine interessante Geschichte erzählen. Doch leider wurde er
ohne biographische Daten und Informationen an das Egerland-Museum
übergeben.
Carola Reul M.A.
Egerland-Museum
Marktredwitz
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, von 14:00 bis 17:00 Uhr
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