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Der
Rote Kardinal – ein kunstvolles Federbild
Gleich vorweg: Federbilder gibt es
auch in anderen Kulturkreisen und sie sind nicht ausschließlich für
das Egerland belegt. Egerer Federbilder sind aber dennoch eine
Besonderheit, da sie in Massen im Haushandwerk überwiegend für den
Bädertourismus als Souvenir hergestellt wurden:
Nachdem der „Aufleger“
die Federn auf eine Vogelsilhouette geklebt hat, wird das gesamte
Aussehen des exotischen Vogels vom „Zusammenputzer“ überarbeitet
und in die letztendliche Form gebracht. Dann wird das Vogelbild auf
ein Papier geklebt und entsprechend seiner Haltung malen Miniatur-
und Freihandmaler den Hintergrund, den Schnabel und die Beine dazu.
So entstanden trotz Arbeitsteilung und Massenproduktion individuelle
Einzelstücke, die sich in Machart und Stil ähneln.

„Vogeldarstellungen
dieser Art waren um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine Spezialität
der Egerländer Volkskunst.“
Die Federbilder wie unser
„Roter Kardinal“ wurden vermutlich von dem Dominikanermönch
Hieronymus Trötscher im 18. Jahrhundert in Eger eingeführt und
durch Verleger, Händler und vor allem durch den Souvenirhandel in
aller Welt verbreitet.
Sie
waren ein begehrtes Geschenk. Dies mag an der Faszination von
Vogelfedern an sich, ihrer schillernden Farbigkeit, ihrer Vielfalt
und fremdartigen Struktur liegen. Zum anderen entsprach es dem
Zeitgeist bis etwa 1920, sich mit Vögeln, vor allem „Exoten“ in
Volieren und Vogelbauern zu umgeben. Der Rote Kardinal stammt aus
Amerika, zählt zu den Ammern und kann mit etwas Schutz in Europa überwintern.
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