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Das
Strumpfband
Ob Kate Middleton bei Ihrer Hochzeit mit Prinz William ein blaues
Strumpfband trug, wird ein Geheimnis der Braut bleiben. Der aus England
stammende Brauch „Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues
und ein Glückspfennig im Schuh“ bei der Brautbekleidung zu integrieren,
hat sich auch bei uns zu einer beliebten Hochzeitstradition entwickelt.
Verbindet man heutzutage das Strumpfband als traditionelles, blaues
Accessoire in der Brautmode, so erfüllte das Strumpfband oder das Knieband
bis zur Erfindung der halterlosen Strümpfe einen praktischen Zweck: Es
sollte den Strumpf am Herunterrutschen hindern. Ursprünglich war das
Strumpfband ein einfacher Stoffstreifen, der über einem Strumpf um das
Bein gebunden und mit einer Schleife verschnürt wurde. Je nach Strumpf
konnte das Strumpfband unter oder über dem Knie getragen werden. Auch
Männer benutzten lange Zeit Strumpfbänder oder auch Strumpfgürtel. Sie
hielten ihre halblangen Socken mit einem „Kniegürtel“ fest. Die
Sockenhalter der Männer bestanden aus Gummiband oder einem sogenannten „Gummigrip“,
der den oberen Rand des Sockens seitlich fasste. Mit Verschwinden der
langen Strümpfe aus der Herrenmode im 19. Jahrhundert, entwickelte sich
das Strumpfband zu einem rein weiblichen Kleidungsbestandteil.

Halter für Herrenstrümpfe, Herbstpreisliste Berlin 1904/05
In: Junker, A. und Stille, E., Zur Geschichte der Unterwäsche 1700-1960,
Frankfurt am Main, 1988, S. 274.
1858 definiert Krünitz’ Enzyklopädie das Strumpfband: „Knie-Band,
Strumpfband (…), ein Band, womit man die Strümpfe über oder unter dem Knie
fest zu binden pflegt, damit sie sich nicht falten, sondern an den Beinen
desto fester und glatter anliegen. Man hat dergleichen von allerley
Materie, als von Wollen-, Baumwollen- oder Leinen-Garne, oder auch von
Seide, Silber und Gold. Bisweilen werden auch die Knie-Bänder mit
Schnallen versehen, da sie denn gemeiniglich Knie-Gürtel, und wenn sie von
Leder sind, Knie-Riemen heißen.“ Zudem schreibt er über das Aussehen des
weiblichen Strumpfbandes: „ Das Frauenzimmer hat theils gestrickte, theils
gewirkte, theils genähete, oder von Damast, Atlaß, u.d. gl. zusammen
genähete und gefütterte Bänder, womit sie sich die Strümpfe unter den
Knien fest zu binden pflegen. Manche tragen sie reich, um die Ränder mit
Gold und Silber gestickt, auch mich Hexen–Stich genähet. Einige bedienen
sich auch der Knie-Tressen mit Schnällchen. (…)“.

Werbeanzeige für Strumpfhalter, Herbstpreisliste Berlin 1904/05
In: Junker, A. und Stille, E., Zur Geschichte der Unterwäsche 1700-1960,
Frankfurt am Main, 1988, S. 274.
Auch im Bestand des Egerland-Museums befinden sich einige dieser
Wäschestücke. Ein besonders schönes Strumpfbänderpaar um 1920 (Inv.Nr.
10027) zeigt eine Gobelinstickerei aus farbigem Wollgarn. Auf
Baumwollhintergrund sind beide Bänder mit Monogrammstickerei „M“ und „K“
(Margarete Kleisinger) und Blumenmotiven aufwendig verziert. Zwei seitlich
angesetzte Wäschebänder aus schwarzem Leinen dienen zum Binden der
Strumpfbänder.

Strumpfbänder
Monogrammstickerei, um 1920, Inv,-Nr. 10027
Bestand des Egerland-Museums Marktredwitz
Ein weiteres Strumpfband aus dem Textildepot ist aus Stramin gefertigt und
mit rotem Leinenstoff gefüttert (Inv.Nr. 871). Das Band, verziert mit
einem gestickten Blumengirlandenmotiv, wurde von der Urenkelin der
Trägerin Anna Nistler gespendet.

Strumpfband
Blumenstickerei auf Stramin, Inv.Nr. 871
Bestand des Egerland-Museums Marktredwitz
Mit der Herstellung der Strumpfbänder aus elastischen Stoffen, mussten die
Bänder nicht mehr geschnürt werden und hielten von sich aus am Bein.
Bereits in den frühen 80er Jahren des 19. Jahrhunderts machten die
Modezeitschriften Vorschläge für gesunde Strumpfhalter, schmale Gürtel mit
zwei Hängestrumpfbändern, die über dem Korsett angelegt wurden. Dennoch
war das „ringförmige Gummistrumpfband“ noch um 1920 gebräuchlich, wenn
auch nicht allzu verbreitet. Erst mit der Erfindung der halterlosen
Strümpfe verlor dass Strumpfband seine Haltefunktion und entwickelte sich
zu einem rein modischen Accessoire.
Carola Reul M.A.
Egerland-Museum Marktredwitz
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, von 14:00 bis 17:00 Uhr
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