Workshops 2008

Grenzüberschreitendes Projekt  zur Museumspädagogik 

gefördert mit Mitteln der EU aus dem Programm Ziel 3 

Die Erfolge, die wir in der Museumspädagogik in den letzten Jahren erreichten, veranlassen uns, diesen Bereich im Egerland-Museum verstärkt auszubauen. Einerseits werden bewährte Programme beibehalten und verbessert, andererseits soll das gesamte Angebot an Workshops wesentlich erweitert werden.

Die zweisprachige Dauerausstellung des Egerland-Museums (deutsch-tschechisch) beinhaltet eine große Bandbreite unterschiedlicher und interessanter Themen zur Kulturgeschichte Westböhmens. Im Rahmen eines EU-Projekts soll das Egerland-Museum „Lernort und Begegnungsstätte" sein. Durch Gruppenarbeit in den Workshops soll der Kontakt der Jugendlichen sowie das "Miteinander" verbessert und intensiviert werden. Besonders Partnerschulen aus Tschechien oder anderen EU-Staaten sind uns herzlich willkommen.

Nachfolgend ist das momentane Angebot unserer Aktionen sowie der Stand der Vorbereitungen und Planungen aufgeführt. Die große Auswahl an museumspädagogischen Veranstaltungen ermöglicht das Passende für den Unterricht zu finden.

Wir verstehen die Museums-Pädagogik im Egerland-Museum als Wissensvermittlung und nicht als bloße Freizeitgestaltung. Daher erscheint es uns besonders wichtig, die Qualität zu halten, wenn nicht sogar zu steigern. Deshalb haben wir unsere Veranstaltungen nach pädagogischen Gesichtspunkten didaktisch aufbereitet. Sie lassen sich jedoch individuell den Bedürfnissen, dem Wissensstand der Schüler oder dem Lehrplan anpassen.

 

 

Angebot an Workshops

 

,,Skriptorium" - die Mittelalterliche Schreibwerkstatt

,,Fort von daheim" - Wir packen eine „Fluchtkiste“

 

,,In Samt und Seide" - Materialkunde Textil / Industriegeschichte

 

Wir basteln einen Bauernhof - Landwirtschaft im Egerland

 

,,Souvenir, Souvenir"  - Volkskunst und Kunsthandwerk im  Egerland

                                           - Sprudelstein

                                           - Federbilder

 

,,Spiegelverkehrt" - Kurs, „Hinter-Glas-Malerei"

 

 

 

In Vorbereitung:

 

 

,,Zuckerbäcker und Staffage" - Die Bäderarchitektur

 

,,Die Ring-Parabel" - Religion, Volksfrömmigkeit im Alltagsleben

 

,,Die Macht der Bilder" - Reformation und Gegenreformation

 

,,Flucht und Vertreibung - und dann?" - Rückblick auf ein Trauma

                                                                           und seine Verarbeitung

 

„Skriptorium“   die mittelalterliche Schreibwerkstatt

Noch vor 150 Jahren konnten nur sehr wenige Menschen schreiben und lesen. Dies änderte sich erst allmählich mit der Einführung und der Durchsetzung der Schulpflicht. Heute erachten wir den täglichen Gebrauch von Papier und Schreibstiften als selbstverständlich.

Doch solange Papier und Tinte keine gängigen Artikel waren, mussten sie aufwändig hergestellt werden.

Im Workshop zeigen wir mit Präsentationen, Filmen und Objekten die Geschichte des Schreibens:

Wir stellen Tinte her, reiben Farben, schneiden uns Federkiele und üben damit zu schreiben. Den Schülern wird bald klar, dass das Schreiben, wie es beispielsweise in den Skriptorien des Mittelalters ausgeübt wurde, kein Vergnügen war und großes Können und höchste Konzentration erforderte. Ein Dokument nicht wie am Computer korrigieren zu können, verzeiht keine Fehler und verdeutlicht den Wert einer gelungenen Handschrift. Gemeinsam malen wir ein Dokument und kolorieren eine Majuskel.

Zeit:     ca. 2 Std.

Alter:   bis 14 Jahre

Ort:      Egerland-Kulturhaus

 

,,Fort von daheim" - Wir packen eine ,,Fluchtkiste"

 In kürzester Zeit und mit Angst und Beklemmung sein Zuhause aufgeben zu müssen und nur wenig Gepäck mitnehmen zu dürfen war das einschneidende Erlebnis aller vertriebenen Egerländer.

In den Depots des Egerland-Museums liegen zahlreiche Gegenstände, die für das ,,Fluchtgepäck" vorgesehen waren. Darunter sind manche Dinge, die aus unserer heutigen Sicht zum Leben als unsinnig oder als nicht notwendig erscheinen.

Die Wertigkeit der Dinge ist es also, die uns bei der Frage ,,Mitnehmen" oder ,,Zurücklassen" beschäftigt.

Die Schüler sollen die Objektauswahl für das Fluchtgepäck der Vertriebenen nachvollziehen und verstehen lernen. Ein Szenarium ,,Flucht und Vertreibung", in die heutige Zeit versetzt, ermöglicht den Schülern ihre individuelle Fluchtkiste zu packen.

Damit sollen die Schüler ein Verständnis entwickeln, was ihnen ,,wichtig" und ,,wertvoll" ist.  

Zeit:     ca. 2 Std.

Alter:   alle Altergruppen

Ort:      Egerland-Kulturhaus

   

In Samt und Seide" Textilindustrie im Egerland

 Der Faserlein prägte mit seiner hellblauen Blüte die Kulturlandschaft des Egerlandes. Zahlreiche Hausweber hatten ihr Auskommen, bis der mechanische Webstuhl in Manufakturen und Industrien Einzug hielt. Die Textilindustrie war eines der tragenden Gewerbe im Egerland. Zunächst erhalten die Schüler Kenntnis über die Materialvielfalt von ,,Stoffen und Geweben“

(Weben, Stricken, Häkeln, Klöppeln, Flechten, ...). Dabei zeigen wir den Prozess der Verarbeitung vom Rohstoff zum Produkt und dessen Eigenheiten. Das reichhaltige Textildepot, ,,Schatzkammer" des Egerland-Museums, bietet hierfür Anschauungsmaterial. Im Zusammenhang mit der Herstellung erfahren die Schüler die Geschichte der Textilherstellung, Mechanisierung und Industrialisierung sowie die Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Abschließend besuchen wir die Fränkische Gobelin Manufaktur und flechten Freundschaftsbänder.

Zeit:     ca. 3 Std.

Alter:   bis 15 Jahre

Ort:      Egerland-Kulturhaus, Gartenschaugelände

 

Wir basteln einen Bauernhof

Die Landwirtschaft im Egerland

 Ausgehend von dem Modell eines Vierseithofes in der Ausstellung des Egerland-Museums soll die Geschichte der Landwirtschaft aufbereitet werden. Zunächst basteln die Schüler aus einem Bilderbogen den Vierseithof und wir erläutern die Details. Nichts auf dem Bauernhof diente nur der Schönheit und der Idylle, alles hatte einen Nutzen oder Sinn. Bauern sorgen bis zum heutigen Tag für unsere Nahrungs­mittel. Wie kann es möglich sein, dass früher über 80 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig waren und heute weniger als 20 Prozent den Rest der Bevölkerung ernähren?

Diese einschneidenden Veränderungen in der Landwirtschaft werden erarbeitet, diskutiert und die Ergebnisse zusammen mit dem Modell in die Schule mitgenommen. Doch zum Abschluss der Veranstaltung genießen wir gemeinsam Liwanzen mit Zimt und Zucker, eine typisch böhmische Spezialität.

Zeit:     ca. 2 Std.

Alter:   bis 13 Jahre

Ort:      Egerland-Kulturhau

   

,,Souvenir, Souvenir"

Volkskunst und Kunsthandwerk im Egerland

Kaum ein anderer Wirtschaftszweig beeinflusste die Volkskultur im Egerland solchermaßen wie der Bädertourismus. Eine in sich funktionierende Infrastruktur wurde aufgebaut, um den honorigen und vermögenden Badegästen das ,,Genesen und Genießen" so angenehm wie möglich zu machen. Ein Großteil der Bevölkerung verdiente an dem wachsenden Tourismus, besonders das Andenkengewerbe. Souvenire sind zunächst Erinnerungen an den Badeaufenthalt. Als Geschenke beziehungsweise ,,Mitbringsel" belegen sie den Kuraufenthalt, lassen aber auch die Freunde und Bekannten an dem Bade-Erlebnis teilhaben. Die ,,Andenkenindustrie" war es, die das volkskünstlerische und kunsthandwerkliche Schaffen im Egerland auf Grund der Kundenwünsche maßgeblich beeinflusste.

Im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung bieten wir an, eine Auswahl dieser Produkte herzustellen.

Zeit:     ca. 2-3 Std.

Alter:   bis 13 Jahre

Ort:      Egerland-Kulturhau

 

Sprudelstein

Das Mineralwasser der Heilquellen enthält Kalziumkarbonat.

Dieses bildet den sogenannten Sprudelstein, eine Form der Versinterung. Der Reiz des Sprudelsteins liegt in der exotischen, teilweise willkürlichen Farbigkeit, die an Halbedelsteine oder Marmor erinnert. Er wurde von Sprudelsteinschleifern in Form gebracht und zu Mosaiken verarbeitet und poliert.

Wir schneiden die Ornamente und Figuren der Sprudelsteine aus farbigem Papier. Nach historischen Vorlagen bekleben wir mosaikartig einige Pappschachteln.

 

Federbilder

Sehr begehrt, nicht nur bei den Touristen, waren die Federbilder. Es sind Vogeldarstellungen mit echten Federn gefertigt, eine Spezialität der Egerländer Volkskunst.

Sie wurden im Haushandwerk und in Arbeitsteilung hergestellt, mit einer Hintergrundmalerei professioneller Maler ergänzt und in alle Welt verkauft.

Wir kleben mit Federn den Vogelkörper auf eine Schablone, schneiden ihn zurecht, malen einen Hintergrund auf Papier, kleben den Vogelkörper darauf und ergänzen ihn mit Schnabel und Beinen Fertig ist das Federbild.

 

 

Kontakt: 

Egerland-Museum, Fikentscherstr. 24, 95615 Marktredwitz

Tel. 09231/3907

E-Mail: info@egerlandmuseum.de

 

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Impressum

Egerland-Museum Marktredwitz; Egerland Kulturhaus Stiftung (Stiftung des Bürgerlichen Rechts, Vorsitzende: Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder); Fikentscherstr. 24, 95615 Marktredwitz, Tel.09231/3907, E-Mail: info@egerlandmuseum.de; Inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV: Volker Dittmar, Museumsleiter.

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Diese Seite wurde erstellt von K. Jahn,  © Egerlandmuseum Marktredwitz, zuletzt aktualisiert von Bernhard Fischer am  30.03.11