Demenz Partner

Bild: Stadt Marktredwitz
Egerland-Museum setzt Zeichen für kulturelle Teilhabe von Menschen mit Demenz
Die Museumspädagogin des Egerland-Museums, Jowita Maciejewski, wurde mit der Urkunde „DemenzPartner“ ausgezeichnet. Voraussetzung für die Ehrung war die erfolgreiche Teilnahme am Online-Kurs „Dialog: Kultur & Demenz“, der vom Curatorium Altern gestalten gemeinsam mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern durchgeführt wurde.
Der Kurs vermittelt fachliche Grundlagen zum Thema Demenz sowie zahlreiche praktische Impulse für kulturelle Angebote. Neben dem Austausch mit Expertinnen und Experten stehen insbesondere Best-Practice-Beispiele im Mittelpunkt. Ziel ist es, Menschen mit Demenz kulturelle Teilhabe zu ermöglichen und ihnen Begegnungen sowie gesellschaftliche Teilhabe zu erleichtern.
Auf Grundlage der Weiterbildung sollen nun im Egerland-Museum neue Angebote für Menschen mit Demenz entstehen. Geplant sind unter anderem spezielle Führungen, Kooperationen mit dem Erzählcafé sowie kreative Mitmachangebote. Auch ein „mobiles Museum“, das mit ausgewählten Objekten direkt Senioreneinrichtungen besucht, ist in Vorbereitung.
Bürgermeister Horst Geißel betonte bei der Übergabe der Urkunde die gesellschaftliche Bedeutung solcher Initiativen: „Kulturelle Teilhabe ist ein wichtiger Faktor im Umgang mit Demenz. Es geht darum, Menschen nicht nur zu begeistern, sondern sie aktiv teilhaben zu lassen.“ Besonders wichtig sei es, Kultur und Demenz stärker zusammenzubringen und inklusive Angebote für alle Generationen zu schaffen. Die Auszeichnung unterstreiche zugleich die Kompetenz und das Engagement von Jowita Maciejewski.
Jowita Maciejewski zeigte sich dankbar für die Weiterbildung: „Die Best-Practice-Beispiele waren sehr inspirierend. Besonders wertvoll waren die vielen konkreten Erfahrungen aus der Praxis.“ Entscheidend sei für sie die Erkenntnis gewesen, dass es bei den Angeboten nicht in erster Linie um Wissensvermittlung gehe. „Es geht darum, Gespräche anzuregen, Erinnerungen zu wecken und Begegnungen zu ermöglichen.“ Ute Hopperdietzel von der Fachstelle machte deutlich, dass kulturelle Teilhabe nicht nur spezielle Angebote für Menschen mit Demenz bedeute, sondern gelebte Inklusion im öffentlichen Raum.
In Bayern leben derzeit rund 270.000 Menschen mit einer Demenzdiagnose. Das Netzwerk „Dialog: Kultur & Demenz“ engagiert sich deshalb bayernweit für mehr Teilhabe und Normalität im Umgang mit Demenz und hohem Alter. Zu dem Netzwerk gehören Museen sowie Einrichtungen und Initiativen aus den Bereichen Musik, Kunst, Sport, Natur und Freizeit. Es bietet regelmäßige fachliche Impulse, Projektbegleitung, Förderberatung und die Vernetzung von Kulturakteuren in ganz Bayern.
Georg Weigl vom Curatorium Altern gestalten erklärte, dass Menschen mit Demenz „so lange wie möglich in der Mitte der Gesellschaft bleiben sollen“. Das Netzwerk „Dialog: Kultur & Demenz“, das bereits 2016 mit dem Bayerischen Demenzpreis ausgezeichnet wurde, solle genau dazu beitragen. Die Weiterbildung ermögliche es kulturellen Einrichtungen, neue Wege der Teilhabe zu entwickeln und inklusive Angebote nachhaltig aufzubauen.
Stadt Marktredwitz und Egerland-Museum Marktredwitz
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