Die Sammlung von Lorenz Schreiner

Kunstausstellung der Egerländer Kunstgalerie
vom 2. September bis zum 30. Oktober 2011

Die Sammlung von Lorenz Schreiner

Er war seiner Egerländer Heimat stets sehr verbunden. Im Laufe seines Lebens entstand eine bedeutende Sammlung von „Egerländer Kleinodien“. Teile davon präsentiert die Egerländer Kunstgalerie in ihrem Grafikkabinett.

Prof. Dr. med. Lorenz Schreiner wurde am 29. Juli 1920 in der Nähe von Eger, in der Einöde Schwalbenmühle, geboren. Nach dem Abitur führte ihn der berufliche Weg an die  Lehrerbildungsanstalt in Eger. Im Zuge der Vertreibung kam er nach Franken und studierte in Erlangen Medizin. Nach seiner Approbation widmete er sich dem Fach „Hals-Nasen-Ohren“ und im Speziellen dem Innenohr. Er erfand den nach ihm benannten „Schreiner-Effekt“. Seit 1967 war er Chefarzt der HNO-Abteilung des Krankenhauses in München-Pasing, die er ständig erweiterte und zu einer großen und bekannten Abteilung führte.

Eger, unbekannter Künstler, 18. Jahrhundert

Neben dem medizinischen Beruf galt seine große Vorliebe dem „historischen Egerland“ und seinem Zentrum Eger. So übernahm er 1981 den Vorsitz des „Egerer Landtags“. Eines seiner Ziele bestand darin, die Interessen der vertriebenen Egerer Bürger so gut wie möglich zu vertreten.

In Erinnerung bleiben Ausstellungen, die unter seiner Leitung verwirklicht wurden:
„Eger in der Kunst – Kunst aus Eger (Amberg 1984) und
„Eger – ehemals eine freie Reichshauptstadt“ (Bayerisches Haupstaatsarchiv München 1985).

“Der Paradiesvogel” von Johan Wimmer, ca. 1850

Schließlich setzte er die Dokumentation des historischen Egerlandes in vier Bänden durch:
Bd.1 Heimatkreis Eger (1981), Bd. 2 Volkskunst und Brauchtum (1988), Bd. 3 Kunst in Eger (1992) und Bd. 4 Denkmäler im Egerland (2004).

Die Geschichte der Stadt Eger hatte bereits Dr. Heribert Sturm in seiner Publikation „Eger – Geschichte einer Reichsstadt“ bgehandelt. Lorenz Schreiner träumte noch von den Bänden „Musik in Eger und „Dichtung in Eger“, die nicht mehr zur Ausführung kamen.

“Abhandlung vom egerschen Gesundbrunnen” von Bernhard Adler, 1785

Die Beschäftigung mit der Geschichte der Reichsstadt Eger führte Lorenz Schreiner zu einer umfangreichen Sammlung mit historischem Schwerpunkt. Eine bedeutende Auswahl dieses antiquarischen Bestands wird hier vorgestellt. Neben Druckwerken und Grafiken enthält die Sammlung Werke Egerer Künstler, böhmisches Glas und Porzellan sowie Exponate der Volkskunst wie Federbilder, Möbel oder Trachtenteile. Nach seinem Tod im Jahr 2008 übernahm Dr. Wolf-Dieter Hamperl einen Großteil der Sammlung Schreiner käuflich, damit sie nicht in alle Richtungen zerstreut wurde.

“Zur Geschichte des Egerer Krankenhauses, Denkschrift, 1910

„Die Sammlung Schreiner“ ist noch bis zum 30. Oktober 2011 im Grafikkabinett der Egerländer Kunstgalerie zu sehen.

Kontakt:

Egerländer Kunstgalerie
Fikentscherstr. 24, 95615 Marktredwitz
Tel. 0049 (0) 92 31 / 39 07

info@egerlandmuseum.de
www.egerlandmuseum.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag, von 14:00 bis 17:00 Uhr
Sonderzeiten nach telefonischer Anmeldung